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Lexikon · Elektroloks
1010

Elektrolok

Steckbrief

Höchstgeschwindigkeit130 km/h
Leistung4.000 kW
Anfahrzugkraft280 kN
Gewicht109,8 t
Länge über Puffer17,86 m
AchsfolgeCo'Co'
Antrieb / Strom15 kV 16,7 Hz
Spurweite1435 mm
Baujahre1955 bis 1958
Gebaute Stück20
HerstellerSimmering-Graz-Pauker

Überblick

Die Reihe 1010 der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) war eine sechsachsige elektrische Schnellzuglok, die von 1955 bis 2003 im Dienst stand. Gebaut wurden die Maschinen von Simmering-Graz-Pauker. Über Jahrzehnte waren sie eine tragende Säule des elektrischen Bahnbetriebs der ÖBB.

Geschichte

Nachdem in der Nachkriegszeit die wichtigsten Hauptstrecken wieder elektrifiziert und mit 120 km/h befahrbar waren, planten die ÖBB die Anschaffung neuer Elektroloks. Gefordert waren eine Zulassung für 130 km/h und eine Leistung von 3000 kW. In den 1950er-Jahren fuhren auf den Hauptstrecken noch ältere Loks der Reihen 1570, 1670, 1670.100 und 1018. Da diese den Anforderungen nicht mehr genügten und Nachbauten daher nicht in Frage kamen, entschied man sich für Neukonstruktionen.

Auf Basis der Reihen 1040 und 1041 entstand die Reihe 1010, parallel zur Konstruktion der Reihe 1110. Weil die ÖBB einen vielseitigen Einsatz planten, wurde die Achslast auf 18 Tonnen begrenzt.

Die ersten Maschinen gingen 1955 in Betrieb. Zwischen 1955 und 1956 erhielten die ÖBB 20 Lokomotiven, alle mit Sifa ausgerüstet.

Mit der Einführung EDV-gerechter Triebfahrzeugnummern 1986 hielten sich die Änderungen in Grenzen: Die Ordnungsnummern wurden durch eine vorangestellte Null dreistellig, der Punkt zwischen Stamm- und Ordnungsnummer fiel weg und Selbstkontrollziffern kamen hinzu.

Einsatz

Anfangs standen die Loks im Schnellzugdienst. Da sie nach ihrer Abnahme zu den schnellsten Elektroloks der ÖBB gehörten, war ihr Einsatzgebiet sehr groß: Sie zogen etwa Schnellzüge auf der Westbahn und waren auch auf der Südbahn und der Semmeringbahn unterwegs.

1993 stieß die 1010 008 in Melk mit der 1044 241 zusammen. Im Jahr 2000 besaßen die ÖBB noch 18 Maschinen, zuletzt beheimatet in Salzburg und Linz. 2003 wurden die letzten Loks gemeinsam mit den Reihen 1110 und 1110.500 im Zuge des Modernisierungsprogramms ausgemustert. Als letzte schieden 1010 003 und 010 am 1. Dezember 2003 aus dem Plandienst aus.

Technik

Es gab zwei Drehgestellbauarten: Die 1010.001 und 002 hatten Drehgestelle ohne Drehzapfen, weil die Lage des mittleren Radsatzes keinen herkömmlichen Drehzapfen zuließ; sie erhielten wie die 1110.05 ein sogenanntes aufgelöstes Wiegensystem. Alle übrigen Maschinen bekamen Drehgestelle mit tiefliegendem echtem Drehzapfen. In beiden Fällen waren die Drehgestelle, die Hauptrahmen und Lokkasten trugen, quergekuppelt. Die Loks hatten abgerundete Stirnseiten und miteinander verbundene Führerstände. Der Trafo saß in Lokmitte, Lüfter und Hilfsgeräte auf Podesten.

Am Dach befanden sich zwei Scherenstromabnehmer Bauart V der Siemens-Schuckert-Werke für Einbügelbetrieb. Als Hauptschalter wurde – abgesehen von zwei Versuchsfahrzeugen – erstmals bei den ÖBB der Druckluftschnellschalter DBTF von BBC verwendet. Der ölgekühlte Haupttransformator war am Rahmen befestigt. Mit den Reihen 1010 und 1110 kam in Österreich erstmals eine Hochspannungssteuerung statt der bisherigen Niederspannungsschaltung zum Einsatz.

Angetrieben wurde die Lok von sechs kompensierten, zehnpoligen Einphasenreihenschlussmotoren, weiterentwickelt aus den Motoren EM 601 der Reihen 1040 und 1041. Die Kraft wurde über einen BBC-Federantrieb mit schrägverzahnten Getrieberädern und einer Übersetzung von 1:3,18 übertragen. Zur Ausrüstung gehörten eine schnellwirkende automatische Druckluftbremse, ein Nachbremsventil, eine Zugbremse und eine Schleuderbremse.

Erhaltene Fahrzeuge

Von den 20 gebauten Loks sind neun erhalten geblieben. Die 1010 003 und 1010 010 sind seit ihrem Ausscheiden ohne Unterbrechung betriebsfähig und fahren im Nostalgiedienst beim Verein „Club 1018“.

Quelle

Dieser Text beruht auf dem Wikipedia-Artikel „ÖBB 1010“ (de.wikipedia.org/wiki/%C3%96BB_1010), wurde für OnlyFerro gekürzt und umformuliert und steht wie das Original unter der Lizenz CC BY-SA 4.0 (creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de). Die Autoren sind in der Versionsgeschichte des Artikels zu finden.

Zuletzt bearbeitet am 21.10.2026 von jerryously
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